Montag, 29. September 2014
Entwicklungsländer
"Meine Damen und Herren, von der Politik wird immer gefordert, wir sollten unsere Distanz zu den Entwicklungsländern abbauen. Wenn ich mir diese Firma ansehe,
dann sind wir zumindest technisch sehr nah an dieser Vorgabe!"
Montag, 1. September 2014
Gedicht: Käpt´ns Pfeifen
Fiete Lütjens war ein Käpt´n
bekannt von Saragossa bis Ägypten
er liebte gute alte Seemannskunst
doch auch dem Pfeiferauchen galt die Gunst
aber ach, er war auch stets umgeben
von Matrosen, die nicht wußten recht zu leben
Sie stritten sich, das zänkisch Pack
schlampten, trödelten, den ganzen Tag
da rief er: „Schluß damit, bei den sieben Meeren!
so kann man keine Schiffe führen!
wenn ihr mich noch lange nerven tut
so geb ich euch die strenge Knut!“
Er schimpfte hier, er strafte dort
maßregelte in einem fort
doch irgendwie tat gar nichts fruchten
auf keinen Meeren, in keinen Buchten
und letztlich tat er es begreifen:
„Ach, es sind doch alles Pfeifen!“
©Weihe 2014
bekannt von Saragossa bis Ägypten
er liebte gute alte Seemannskunst
doch auch dem Pfeiferauchen galt die Gunst
aber ach, er war auch stets umgeben
von Matrosen, die nicht wußten recht zu leben
Sie stritten sich, das zänkisch Pack
schlampten, trödelten, den ganzen Tag
da rief er: „Schluß damit, bei den sieben Meeren!
so kann man keine Schiffe führen!
wenn ihr mich noch lange nerven tut
so geb ich euch die strenge Knut!“
Er schimpfte hier, er strafte dort
maßregelte in einem fort
doch irgendwie tat gar nichts fruchten
auf keinen Meeren, in keinen Buchten
und letztlich tat er es begreifen:
„Ach, es sind doch alles Pfeifen!“
©Weihe 2014
Freitag, 15. August 2014
Tyne
„Wenn du etwas bleibendes in der Welt hinterlassen
willst, dann mußt du Kinder zeugen.“ So wird es immer gesagt, vor allem
natürlich von Eltern, und die Ausschließlichkeit und Endgültigkeit
dieser Aussage macht mich, ob meiner Kinderlosigkeit,
manchmal sehr traurig. Sollte das wirklich alles gewesen sein? Ist
alles andere bedeutungslos? Ist man selbst bedeutungslos?
In solchen
Momenten passiert es, daß meine Gedanken zurück in die Vergangenheit
gehen, in meine Kindheit und Jugend. Mein Onkel Thomas, geboren in Glasgow, Schottland,
fand nach dem Krieg eine Anstellung bei Rolls-Royce. Der Laie denkt
natürlich sofort an die Luxusautos, Rolls-Royce war und ist aber auch einer der
bedeutendsten Hersteller von Flugzeugtriebwerken. Und
genau dort hatte Thomas seinen Job fürs Leben
gefunden. Er qualifizierte sich als Techniker und war dort ab 1955
hautnah an der Entwicklung des Rolls-Royce Tyne-Triebwerkes beteiligt,
dem damals stärksten Turboprop-Triebwerk der westlichen Welt. Es war ein
großer Erfolg und wurde bis in die 90er Jahre
produziert. Es versah und versieht über Jahrzehnte zuverlässig seinen
Dienst in vielen Flugzeugen, in Schiffen, und unter anderem auch
in der Transall, dem europäischen Kurzstrecken-Transportflugzeug der
Bundesluftwaffe seit 1965.
Ich erinnere mich gut daran, wie Thommy mir damals
mit Faszination in der Stimme und leuchtenden Augen von diesen Dingen
erzählte. Er war stolz, dabei gewesen zu sein und meine spätere
Begeisterung für Technik, Motoren und Fliegerei wurde
vielleicht dadurch erst geweckt. Die Verbindung zwischen diesem Mann,
der so viel erlebt hatte und der Maschine, die er mit geschaffen hatte,
war zu spüren, sie war ansteckend.
Die Transall-Flugzeuge sind mittlerweile in die
Jahre gekommen, ihre wirtschaftliche Lebensdauer ist längst
überschritten, aber der Nachfolger, der Airbus A400M, kommt nur
schleppend auf den Weg, und so versehen diese Oldtimer noch heute
ihre Dienste. Gottlob haben diese Militärflugzeuge nie einen „großen“
Krieg gesehen, wohl aber sind sie weltweit bekannt durch die deutschen
Beteiligungen an Hilfsmissionen. Sogar die meisten Laien erkennen eine
Transall, wenn sie auf Bildern aus fremden Ländern
erscheint, fernab der Heimat und weit jenseits des Aktionsradius, für
den sie eigentlich mal geplant war.
Mein Onkel Thomas lebt schon lange nicht mehr, sein
Werk hingegen schon: Gerade heute sah ich einen Nachrichtenbeitrag,
Deutschland beteiligt sich an der Hilfsaktion für die von den
Radikalislamisten vertriebenen Menschen im fernen Nordirak. Als
sich im Bildhintergrund eine Transall vorbeischob und auf den langen
Weg machte, getrieben von ihren treuen und unermüdlichen Tynes, mußte
ich unweigerlich lächeln. Ja, mit der uns Menschen gegebenen
Begeisterungsfähigkeit ist es sehr wohl möglich, auf noch
andere Weisen seine Spuren in der Welt zu hinterlassen. Ein Ansporn für
mich, nie aufzugeben, zu verzweifeln, sondern mich statt dessen den
Dingen zu widmen, für die ich mich begeistere.
Freitag, 18. Juli 2014
Gedicht: Leerer Stoß Papier
Heut bin ich ein leerer Stoß
Papier
heb mich auf, schreib auf mir!
laß mich deine Geschichten tragen
will sie allen Lesern sagen.
Alles was da vorher stand
war nichtig, wertlos, alter Tand!
Komm, schlag eine neue Seite auf
und schreib "ich liebe Dich" darauf.
Schreib mit dickem fetten Edding
die Überschrift "White Wedding"
dichte weiter, so kann es nicht bleiben
der Rest ist noch zu schreiben!
Heut bin ich ein leerer Stoß Papier
morgen ein volles Buch vor dir
füll mich aus, von jetzt auf immer
das Leben ist ein Lesezimmer!
©Weihe 2011
heb mich auf, schreib auf mir!
laß mich deine Geschichten tragen
will sie allen Lesern sagen.
Alles was da vorher stand
war nichtig, wertlos, alter Tand!
Komm, schlag eine neue Seite auf
und schreib "ich liebe Dich" darauf.
Schreib mit dickem fetten Edding
die Überschrift "White Wedding"
dichte weiter, so kann es nicht bleiben
der Rest ist noch zu schreiben!
Heut bin ich ein leerer Stoß Papier
morgen ein volles Buch vor dir
füll mich aus, von jetzt auf immer
das Leben ist ein Lesezimmer!
©Weihe 2011
Renault 4
Dieser
Tage feiert der Welt erster "Mini-Van", der Renault 4,
seinen 50. Geburtstag. Ein Auto, an das ich mich noch sehr gut
erinnere. Häßlich, bescheiden, aber ungemein praktisch und robust.
Und mit einem revolutionären Verbrauch von 5 Litern auf 100 Km, und
das 1961, wenn auch bei entsprechend begrenzten Fahrleistungen. Ohne
Fly-by-wire-Technik, Windkanal, NASA-Baumaterialien und
Computersimulationen. Und da denke ich wieder an Heute. Wir fordern
von der Industrie Verbrauchswunder, weil man will ja umweltfreundlich
sein. Diese gab und gibt es auch, jedoch verschwinden sie meist nach
kurzer Zeit vom Markt, weil niemand sie kauft. Als wäre der Umwelt
mit der lauthals dahingeworfenen Forderung nach dem reinen Angebot
gedient.
Nein, in Wahrheit will kaum einer von uns auf Fahrzeuge mit dem Output eines mittleren Düsenjägers verzichten. Und genau darin liegt die Crux, die sich durch unsere ganze Umweltthematik zieht: Bio gern, auch gern für 10% Mehrkosten, aber bitte bloß keine Abstriche an der Lebensqualität! Wir fordern lauthals und kaufen sollen dann bitteschön die anderen! Die Nachbarn, die Chinesen, die fetten Politiker, aber nur nicht ich! Wir polemisieren über ein Tempo 120 auf deutschen Autobahnen, der Renault 4 hat nur 120 geschafft. Vielleicht sollte uns dieses bescheidenste aller Autos als Denkanstoß dienen.
Veröffentlicht 09/2011
Nein, in Wahrheit will kaum einer von uns auf Fahrzeuge mit dem Output eines mittleren Düsenjägers verzichten. Und genau darin liegt die Crux, die sich durch unsere ganze Umweltthematik zieht: Bio gern, auch gern für 10% Mehrkosten, aber bitte bloß keine Abstriche an der Lebensqualität! Wir fordern lauthals und kaufen sollen dann bitteschön die anderen! Die Nachbarn, die Chinesen, die fetten Politiker, aber nur nicht ich! Wir polemisieren über ein Tempo 120 auf deutschen Autobahnen, der Renault 4 hat nur 120 geschafft. Vielleicht sollte uns dieses bescheidenste aller Autos als Denkanstoß dienen.
Veröffentlicht 09/2011
Massage
"Dieses
Massagegerät ist fast so gut wie eine echte Masseurin."
"Achja? Und inwiefern das?"
"Die Bedienungsanleitung ist auf Thailändisch."
"Achja? Und inwiefern das?"
"Die Bedienungsanleitung ist auf Thailändisch."
Schwanengesang
Des
Öfteren hänge ich mir interessant scheinende Artikel aus der ZEIT
am schwarzen Brett unserer Cafeteria aus. Zuletzt hing dort ein
Artikel über das mißlungene Comeback von Amy Winehouse. Es ging um
die Tendenz und Ursache gescheiterter Comeback-Versuche allgemein.
Winehouses verpatzter Auftritt in Belgrad, bei dem sie jüngst noch
über die Bühne torkelte. Es fiel der Hinweis, daß manche, wie
Michael Jackson es schon gar nicht mehr lebend auf die Bühne
geschafft hätten.
Weil er schon einige Zeit hing, habe ich am Freitag diesen Artikel heruntergenommen und in den Müll geschmissen. Am Samstag darauf war sie tot. Natürlich hat es nichts miteinander zu tun, aber irgendwie habe ich ein seltsames Gefühl der Ernüchterung dabei.
Veröffentlicht 07/2004
Weil er schon einige Zeit hing, habe ich am Freitag diesen Artikel heruntergenommen und in den Müll geschmissen. Am Samstag darauf war sie tot. Natürlich hat es nichts miteinander zu tun, aber irgendwie habe ich ein seltsames Gefühl der Ernüchterung dabei.
Veröffentlicht 07/2004
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