Dienstag, 20. August 2013

Rallyesport


Tödlicher Unfall bei der Wartburg-Rallye 2013 in Thüringen. Janina Depping, eine der bekanntesten deutschen Rallye-Pilotinnen, und ihre Beifahrerin Ina Schaarschmidt sind tot. Ihr Fahrzeug kam bei hohem Tempo von der Straße ab, zerschellte an einem Baum und ging in Flammen auf. Das Wrack ihres Mitsubishi Carisma ist kaum noch als Auto erkennbar und mit Schaudern denke ich daran, wie furchtbar die Überreste der beiden jungen Frauen ausgesehen haben mögen. Ich wünsche mir von Herzen, daß die beiden von diesem Unfall nichts mehr mitbekommen haben. Beim Mittagessen hörte ich zu meinem Entsetzen von den angesprochenen Kollegen nur Sprüche wie „Selbst schuld!“ und sogar ein „Zwei verrückte Umweltzerstörer weniger!“.

Manchmal frage ich mich, wie verroht, verblendet und beschränkt Menschen sein können. Oder wollen. Sicher, selbst schuld. Offenbar hat man nur ein Anrecht auf Mitleid, wenn man sein Leben im sicheren heimischen Keller verbracht hat. Wer dagegen seinen Traum von einer sportlichen Karriere ( und keine davon ist absolut ohne Risiko ) verwirklicht, wird im Falle des Ablebens mit Verachtung bestraft. Natürlich, wenn es ein paar prestigeträchtige Titel für Depping und Schaarschmidt gegeben hätte, hätten die gleichen Leute johlend und Deutschlandfahnen schwenkend vor dem Fernseher „Unsere Mädels“ gefeiert.

Sicher, Rallye-Sport ist umweltschädlich, das läßt sich kaum wegdiskutieren. Und ich mag auch nicht die Polemikdebatte anheizen, indem ich frage, wie viele Rallyes ein Schadensäquivalent zu den vielen „zivilen“ Autos auf dem Parkplatz vor dem Bio-Markt darstellen. Aber hier wird auch noch etwas ganz anderes vergessen: Autohersteller und Zulieferer bezahlen nicht so viel Geld für den Rallyesport, weil sie zu viel davon haben. Und auch nicht nur, weil so ein Engagement prestigeträchtig ist. Man könnte das Geld dann ja auch in simple Medienwerbung stecken. Was vielfach nicht beachtet wird, ist die Tatsache, daß der Rallyesport ein unschätzbares Experimentierfeld für jene Entwicklungen ist, deren Existenz wir so gern in unseren eigenen Autos genießen.

Schon Bertha Benz, Ehefrau des Autoerfinders Carl Benz, sorgte mit einer Aufsehen erregenden Langstreckenfahrt nicht nur für Werbung, sondern auch für eine Erprobung der noch jungen Technik. Daran hat sich in all den Jahren nichts geändert. Keine Computersimulation kann Bauteile dermaßen hart prüfen, wie der Rallyesport mit seriennahen Fahrzeugen. All diese „Verrückten Umweltzerstörer“ haben die Dinge einem Härtetest unterzogen, die unsere Autos sicherer, effezienter und auch umweltfreundlicher machen. Das McPherson-Federbein, Sicherheitslenksäulen, Anschnallgurte, Fahrwerkselektronik, Turbolader, Airbags, Überrollkäfige, deren Existenz wir schon mit bloßem Auge gar nicht mehr wahrnehmen. All diese Errungenschaften wären ohne den harten Freilandtest bis zur Belastungsgrenze, oft auch darüber hinaus, und gelegentlich auch mit tödlichen Folgen, undenkbar. Oder erst in Dekaden zu erwarten.

Wer an seinem privaten Auto den Katalysator ausbaut, die Federbeine sperrt, den Airbag deaktiviert, die Scheibenbremsen gegen Trommeln austauscht, das Sicherheitsglas gegen Fensterglas, die Einzelradaufhängung gegen Starrachsen, oder wer gar ganz auf Autos oder jedes durch Autos entstandene oder beförderte Gut verzichtet, der darf meinetwegen diese harten Worte in den Mund nehmen. Vom Rest würde ich mir wünschen, daß er über den Tellerrand hinausblickt: Daß unsere Fahrzeuge so sicher, zuverlässig und effezient funktionieren, daß nicht noch viel mehr Menschen auf der Straße ihr Leben lassen müssen, das haben wir auch solchen „Verrückten“ wie Depping und Schaarschmidt zu verdanken. Es ist sicher nicht unangemessen, beim nächsten gelungenen Notmanöver einen kurzen Gedanken an sie zu verschwenden. Sie hätten es verdient.

Montag, 22. Juli 2013

Maisauto

Könnte man Autos aus Mais bauen, hätten sie dann auch einen Kolbenmotor?

Samstag, 20. Juli 2013

Völkerverständigung

Weihnachtsmarkt in Frankfurt. An einer abgewandten Ecke einer Pommesbude hing ein verwaschener unscheinbarer Zettel. Ein chinesischer Student schrieb von einem japanischen Mädchen, dem er auf dem Frankfurter Hauptbahnhof begegnet war. Er hatte keine Kontaktdaten von ihr, mochte sie aber wohl. Nun will er sie wiederfinden und bittet die Öffentlichkeit um Hilfe. 
 
Die Politiker beider Länder ringen seit Jahrzehnten mehr oder weniger bemüht um eine Völkerverständigung. Diese Pommesbude sollte ein Vorbild für so viele Völker dieser Welt sein.

Schönheit

Christina sagte mir: "Alles wahrhaft Schöne ist nicht von Menschenhand gemacht."

Ich mag es, über diesen Satz nachzudenken, wieder und wieder.

Lächeln

Wenn ich morgens beim Duschen etwas fester auf meine Duschgel-Flasche drücke, kommt ein Schwall kleiner Seifenblasen herausgeflogen. Es ist so leicht, den Tag mit einem Lächeln zu beginnen.

Eifersucht

"Es ist eigentlich nicht die Aufgabe, keine Eifersucht zu empfinden, sondern mit ihr umgehen zu lernen."


Stephan Chavez

Sonntag, 30. Juni 2013

Gedicht: Kein Baum, kein Strauch

Kein Baum, kein Strauch
kein Schnitt, kein Lauch
 
nicht Fleisch noch Fisch
nicht knack noch frisch
 
Ach und Weh
Neu und Schnee
 
an und für sich
nur für Dich

  


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