Zum Beginn der Motorradsaison
Eine
Szene, wie sie jeden Tag vorkommt. Eine kurvenreiche Straße, eine
scharfe Kurve mit einer kurzen Bremsspur. Die junge Motorradfahrerin
muß in ihren letzten Momenten vor Angst gebremst haben, ein
tödlicher Reflex. Rutschendes Hinterrad, Highside-Überschlag, ab in
die Bäume. Ob sie die Kurve zu schnell anging oder ihr ein Fahrer im
Gegenverkehr die Kurve schnitt, wird man nie erfahren. Und selbst
wenn, so würde es nichts ändern.
Wir neigen in unserem
gesicherten Wohlstand und Überfluß dazu, auch unsere Existenz als
sicher gegeben zu betrachten. Dabei sind wir nur allzu endlich und
zerbrechlich. Das Leben ist unser größtes Geschenk, vielleicht ist
heute ein guter Tag, es
zu würdigen. Ist heute nicht ein guter Anlaß, sich beim Fahren zu
konzentrieren, das Radio leise zu drehen, weniger aggressiv zu
fahren, mit den Gedanken nicht in der Firma, sondern am Lenkrad zu
sein?
Sonntag, 3. März 2013
Erhabenheit
Eine
Laune ließ mich im April den Weg auf die Seiseralm einschlagen, eine
große Hochalm ( ich glaube sogar die größte Europas ) in Südtirol.
Es war eine Jahreszeit, in der die Skifahrer mangels geschlossener Schneedecke schon weg waren, die Bergwanderer wegen des unangenehmen Wetters aber noch nicht da. Menschenleer und still war es, als ich den Wagen anhielt und einige Schritte ging. Ungläubig blickte ich auf das, was ich anfangs für Schneeflächen hielt, in Wahrheit waren es Krokusse, Millionen über Millionen kleiner schneeweißer Krokusse!
Soweit das Auge reichte, bedeckten sie den gerade mal frostfreien Boden. Gebannt starrte ich auf die einsame Pracht und kam mir ganz klein vor. Die Natur schert sich nicht darum, ob wir ihr zusehen, sie kann ganz für sich allein so prächtig und verschwenderisch zugleich sein, etwas, das wir unbedeutenden Menschen allzu gern nur für Zuschauer reservieren, um zu beeindrucken. Wahre Erhabenheit hat dies nicht nötig, die Krokusfelder in ihrer stolzen Schönheit zeigten es überdeutlich.
Fast 20 Jahre ist das nun her, aber das Bild in meiner Erinnerung hat in seiner Lebendigkeit nicht nachgelassen, noch heute rinnen mir Tränen der Ergriffenheit über die Wangen, obwohl und gerade weil es die Krokusse gar nicht interessiert. Welcher Showstar, welches Fotomodell könnte solche Gefühle auslösen? Von der Natur können wir lernen, was Erhabenheit wirklich bedeutet.
Es war eine Jahreszeit, in der die Skifahrer mangels geschlossener Schneedecke schon weg waren, die Bergwanderer wegen des unangenehmen Wetters aber noch nicht da. Menschenleer und still war es, als ich den Wagen anhielt und einige Schritte ging. Ungläubig blickte ich auf das, was ich anfangs für Schneeflächen hielt, in Wahrheit waren es Krokusse, Millionen über Millionen kleiner schneeweißer Krokusse!
Soweit das Auge reichte, bedeckten sie den gerade mal frostfreien Boden. Gebannt starrte ich auf die einsame Pracht und kam mir ganz klein vor. Die Natur schert sich nicht darum, ob wir ihr zusehen, sie kann ganz für sich allein so prächtig und verschwenderisch zugleich sein, etwas, das wir unbedeutenden Menschen allzu gern nur für Zuschauer reservieren, um zu beeindrucken. Wahre Erhabenheit hat dies nicht nötig, die Krokusfelder in ihrer stolzen Schönheit zeigten es überdeutlich.
Fast 20 Jahre ist das nun her, aber das Bild in meiner Erinnerung hat in seiner Lebendigkeit nicht nachgelassen, noch heute rinnen mir Tränen der Ergriffenheit über die Wangen, obwohl und gerade weil es die Krokusse gar nicht interessiert. Welcher Showstar, welches Fotomodell könnte solche Gefühle auslösen? Von der Natur können wir lernen, was Erhabenheit wirklich bedeutet.
Gedicht: Kalendarium
Geschichte
ist ein Fluß, der in uns fließt
eigner Acheron, in dem wir zu ertrinken drohn
Hekates vergessene Kinder
Blätter auf dem Kalender
Herbstlaub im Zeitenwald
so enden wir alle bald
so Du, so ich
Kalender, unser aller Zuversicht
©Weihe 2011
eigner Acheron, in dem wir zu ertrinken drohn
Hekates vergessene Kinder
Blätter auf dem Kalender
Herbstlaub im Zeitenwald
so enden wir alle bald
so Du, so ich
Kalender, unser aller Zuversicht
©Weihe 2011
Eisenbahn
"Die
Eisenbahn als Transportmittel für die Bevölkerung? Meine
Herrschaften, seien Sie doch bitte nicht absurd: Ein ICE, halb voll
mit Managern, die Bahntickets, teurer als eine Flugreise erfolgreich
von der Steuer -und damit von unser aller Vermögen- absetzen können,
das ist keine Eisenbahn, das ist Latte Macchiato auf Schienen!"
Einsparungen
"Wir
haben ein neues Einsparungsprojekt gestartet: Um endlich die Kosten
für Kurierfahrten zu eliminieren, haben wir ein nachhaltiges
Aktivkonzept für den Postversand implementiert. Ab jetzt wird die
Post wieder in der örtlichen Postfiliale abgegeben."
"Aber die Versandabteilung hat doch gar kein Dienstfahrzeug mehr, das ist doch letztes Jahr aus Kostengründen wegrationalisiert worden. Wie kommt die Post jetzt zur Postfiliale?"
"Auch dafür haben wir eine Lösung gefunden: Das erledigt ab sofort ein Kurierdienst."
"Eine Runde Dilbert-Comics auf meine Kostenstelle!"
"Aber die Versandabteilung hat doch gar kein Dienstfahrzeug mehr, das ist doch letztes Jahr aus Kostengründen wegrationalisiert worden. Wie kommt die Post jetzt zur Postfiliale?"
"Auch dafür haben wir eine Lösung gefunden: Das erledigt ab sofort ein Kurierdienst."
"Eine Runde Dilbert-Comics auf meine Kostenstelle!"
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